Kostanjevica ermöglicht mindestens drei kulturelle und geistige Erfahrungen: sie ist ein kirchliches Kunstdenkmal und geistiges Kulturzentrum (Kirche und Kloster), ein historisches Denkmal (Bourbonengruft) und ein Kulturdenkmal (Klosterbibliothek). Mehr als 190 Jahren sorgen für das alles die Franziskaner.

Seit dem Jahr 1985 ist das ganze Gebiet von Kostanjevica (Kloster mit Bibliothek, Bourbonengruft und Pfarrkirche) zu einem Kunst- und Architekturdenkmal erklärt. Somit stellt es ein geschütztes Kulturerbe des slowenischen Volkes dar.

Neben verschiedenen mit der Gründung der Kirche verbundenen Legenden, ist es eine historische Tatsache, dass Graf Matthias Thurn, im 1623 ein Kirchlein erbauen liess, worin ein Bild der Gottesmutter übertragen wurde, vor dem sich Gläubige zu Gebet und Kulthandlungen sammelten. Der Graf beauftragte auch den Bau eines kleineren Klosters neben der Kirche. Unter den ersten Hütern der Kirche und des Klosters waren Karmeliter, die 134 Jahre beide Gebäude verschönerten und vergrösserten. Im 1781, inmitten eines vollen Aufschwungs, wurde Kostanjevica vom Erlass Kaiser Josephs II. getroffen, aufgrund dessen die Karmeliter vertrieben wurden, und sie verliessen nichts hinter sich. Neun Jahre waren das Kloster und die Kirche geschlossen. Im Jahr 1811 wurde Kostanjevica in die Obhut der Franziskaner gegeben, die sie noch heute verwalten. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Kirche zerstört und in den Jahren 1924–1929 sorgten die Väter für ihre Renovierung. Durch Erneuerung der Stuckaturen wurde die ehemalige Schönheit wiederbelebt.

Im Mittelteil des Hauptaltars befindet sich ein Bildnis der Gottesmutter in einem vergoldeten, mit einem Strahlenkreis umgebenen Rahmen. Das Fresko der barmherzigen Gottesmutter Maria, die als Gottesmutter von Kostanjevica dargestellt ist, wurde von Leonardo Rigo gemalt. Mariens Krönung an der Decke des Schiffes ist eine Arbeit des friulanischen Malers Giovanni Moro.

Zahlreiche Grabplatten sind eine Besonderheit der Kirche von Kostanjevica und Zeugen der engen Verbundenheit, die die Adligen von Görz zu diesem Ort fühlten.

Das Kloster hat auch eine Bibliothek, die nach P. Stanislav Škrabec (1844 Hrovaèa pri Ribnici - 1918 Ljubljana) benannt ist. Er war der grösste slowenische Linguist des 19. Jahrhunderts und er lebte über 40 Jahre im Kloster von Kostanjevica. Er war Professor auf dem Gymnasium und Redakteur von der Zeitschrift »Blumen aus den Garten des heiligen Franziskus«. Auf den Buchdecken der Zeitschrift veröffentlichte er eigene linguistischen Artikel und Abhandlungen. Der Škrabec-Ausschuss hat alle seinen linguistischen Schrifte in gesammelten Schriften veröffentlicht und so ist P. Stanislav Škrabec der einzige slowenische Linguist, dessen linguistisches Erbe in gesammelten Schriften veröffentlicht wurde.

In der Gruft von Kostanjevica liegen die sterblichen Überreste der französischen Königsfamilie der Bourbonen begraben.